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Anja A. Tietz

Der Stadtgottesacker in Halle (Saale)

Mit einem Geleitwort von Gotthard Voß.
128 Seiten. Mit zahlreichen Abbildungen.
Pappband.
Format 16,8 x 21 cm.
ISBN: 3-930195-66-6
Preis: 18.00 € In den Warenkorb







Die wiederhergestellte Geschlossenheit der den Stadtgottesacker umgebenden, in einem unregelmäßigen Rechteck angeordneten 94 Grabbögen kommt einer Auferstehung gleich. Anders als bei unserer Hilflosigkeit dem Vergehen menschlichen Lebens gegenüber, ist es auf diesem Friedhof gelungen, dem Verfall der Bausubstanz zu widerstehen und ihr eine Chance zum Weiterleben zu geben. Der einmalige weitgespannte, mit den unterschiedlichsten Grabmälern unter Bäumen bestellte Raum begegnet uns wieder als ein Ort ungestörter Ruhe nach den vielen Jahren sorgenden Bangens um die Zukunft dieses Kleinods der Stadt Halle.

Kardinal Albrecht hatte 1529 als Folge der von ihm veranlassten Umgestaltung des Stadtzentrums mit dem Neubau der Marktkirche gemeinsam mit dem Rat der Stadt die Anlage eines Friedhofes östlich der Stadtbefestigung auf dem Martinsberg verfügt ... Die schon seit 1350 für Massenbestattungen in Pestzeiten dienende Fläche wurde mit einer Mauer umgeben, an der man, 1557 beginnend, nach Entwürfen des Baumeisters Nickel Hoffmann in über 30jähriger Bauzeit die 94 Bogen errichtete. Dabei gelang es, trotz des nach Osten ansteigenden Geländes mit dem Setzen unterschiedlich hoher Pfeiler einen in gleichmäßiger Höhe umlaufenden Dachfirst anzulegen.

Den künstlerischen Höhepunkt dieser nördlich der Alpen außergewöhnlichen Anlage bilden die fein gearbeiteten Reliefs auf den Vorderseiten der gespannten Bögen und auf den Pfeilern.
Viele bedeutende Bürger der Stadt Halle waren Besitzer der Grabbögen und wurden darin mit ihren Familien oder auf den Grabfeldern in der Mitte bestattet.
(Aus dem Geleitwort)

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